Aktuelle Seite: Start NFC News Unternehmensmeldung Hinter den Kulissen: NFC-Projektierung im B2B- und B2C-Bereich
  • CONTENT1
  • CONTENT2

Hinter den Kulissen: NFC-Projektierung im B2B- und B2C-Bereich

Originalitätsschutz mit NFCWas RFID-Technologie  als "Quasi-Standard" zur kontaktlosen Identifikation schon seit langem in Bereichen der Automation und Logistik ist, erobert jetzt scheinbar auch zunehmend die Smartphones weltweit. Die Rede ist von "Near Field Communication", kurz NFC. Diese drei Buchstaben sind aber nichts Neues. Wir kennen die bewährte NFC-Technologie bereits aus dem Bereich der Zutrittskontrolle, von Kreditkarten und Reisepässen. Bedenkt man, wie viel Zeit Nutzer heutzutage mit Ihrem Smartphone verbringen, versteht man auch aus welchem Grund dies eine fantastische "Spielwiese" für den Bereich Payment, Kundenbindung und Coupons darstellt.

Immer wichtig für den Benutzer: Es muss einfach sein und funktionieren! Um dem Nutzer allerdings, egal für welches Projekt, eine reibungslose 0-Klick-Interaktion mit dem Smartphone bieten zu können, kommt es bei der der Projektierung vor allen Dingen darauf an mit einem erfahrenen Partner zusammenzuarbeiten.  NFC ready sprach deshalb mit Herrn Andreas Schlaudraff, Leiter Competence Center NFC des Unternehmens smart-TEC aus Oberhaching, einem NFC-Pionier der ersten Stunde, über die Potentiale, Nutzen und das Management von NFC-Projekten.

T. Sharma:
Welche Bedingungen sind für ein erfolgreiches NFC-Projekt notwendig?

A. Schlaudraff:
Für erfolgreiche NFC-Projekte sind viele Faktoren ausschlaggebend.

Andreas Schlaudraff, Leiter Competence Center NFC des Unternehmens smart-TECDas fängt bei einer guten Beratung und einer vom Kunden realistischen Einschätzung der Möglichkeiten von NFC an. Bei unseren Kundengesprächen zum Thema NFC fragen wir als Transponder-Hersteller natürlich besonders die technischen Anforderungsparameter ab. Einerseits müssen die Transponder für die entsprechende  Anwendungsumgebung (Industrie vs. Marketingeinsatz) geeignet sein und andererseits mit den eingesetzten mobilen NFC-Geräten ideal zusammenarbeiten.

Ist die Hardwareseite grundlegend geklärt, stellt eine weitere nicht zu unterschätzende  Herausforderung die Software dar: Sollen Daten dezentral auf dem Transponder gespeichert werden oder kommt eine zentrale Serverlösung zum Einsatz? Werden dafür Apps auf dem mobilen Device benötigt oder sind für einen breiteren Anwenderkreis cloudbasierte Webseiten (Internet der Dinge) für dynamische Inhalte besser geeignet? Ausschlaggebend für erfolgreiche NFC-Projekte ist aber immer die Expertise eines erfahrenen Partners.   

T. Sharma:
Welches Umfeld und welche technischen Voraussetzungen sind im Consumer-, semiprofessionellen -Bereich und im B2B-Umfeld für NFC-Anwendungen notwendig?

A. Schlaudraff:
Da die Preissensibilität im Consumer-Bereich meist sehr hoch ist, werden dort in der Regel deutlich verschlankte NFC-Produkte platziert. Die abzuspeichernden Informationen sind klassische URLs oder aber der Endkunde programmiert sich durch Apps aus den App-Stores seine NFC-Transponder einfach selbst.

Komplexere B2C NFC-Projekte, wie z. B. die Integration von NFC in Marketingmaterial (z.B. smart-Postcard), dienen der Bereitstellung von anwenderspezifischen Informationen. Dabei werden in den IT-Backendsystemen die Responseraten der Nutzer gemessen und ausgewertet, um zu ermitteln, wie erfolgreich eine Marketingkampagne umgesetzt wurde.

BMW Smartphone Halter für Samsung Galaxy S2/S3/S4 (Bild: BMW Group)Für NFC im industriellen Umfeld sind besonders die Anforderungen an ein stabiles und möglichst langlebiges System entscheidend. Die Umwelteinflüsse in solchen Umgebungen auf den Transponder sind hier weitaus höher als bei dem zeitlich begrenzten Marketingeinsatz. Die AIM Deutschland wird in den nächsten Wochen ein Whitepaper zum Einsatz von NFC im industriellen Umfeld veröffentlichen, das die Chancen und Problematiken im Gesamtsystem umfassend thematisiert. Hier möchte ich auch nochmals die Wichtigkeit für die richtige Transponderwahl herausstellen. Als Transponderspezialist ist smart-TEC bekannt, welche die KO-Kriterien für erfolgreiche RFID/NFC Implementationen sind. In robusten Industrieumgebungen können neben den langlebigen Transpondervarianten auch smart-LABEL für ein einfaches und kurzlebiges offenes/geschlossenes Logistiksystem ausreichend sein. Für alle Szenarien bietet smart-TEC fundierte Projekterfahrungen und raffinierte Fertigungsverfahren, um alle Anforderungen in allen Umgebungen zu erfüllen.

T. Sharma:
Sie sind am dichtesten am Marktgeschehen dran. Welches sind Ihrer Einschätzung nach die momentanen Ist-Anwendungen für NFC?

Originalitätsschutz: ISPO-Snowboard mit NFCA. Schlaudraff:  
Die wohl bekannteste und seit langem am häufigsten diskutierte NFC-Anwendung ist zweifelsohne Payment. Der Wunsch, die Geldbörse zu digitalisieren und im Handy immer griffbereit zu haben, klingt durchaus verlockend - hat aber bedingt durch die vielen Beteiligten (Banken, MNO, TSM etc.) beim Zahlungsprozess erst vor kurzem den Pilotstatus verlassen. Simplicity is the key to brilliance! Schnell, bargeldlos, ohne PIN- Eingabe bei Kleinstbeträgen und lange Wartezeiten zu begleichen ist das Erfolgsrezept von Payment-Anwendungen.

Vodafones Bezahllösung namens Vodafone Wallet bietet damit als einer der ersten Provider in Deutschland die Möglichkeit, an VISA Akzeptanzstellen per Mobiltelefon zu bezahlen.

Aber NFC ist weit mehr als Payment! Für Marketinganwendungen lassen sich beispielsweise Plakate, Produktkataloge, Werbeflyer oder Postkarten mit NFC-Technologie ausstatten. Für die Zielgruppen können dann personalisierte und auf den Empfänger zugeschnittene Informationen angeboten werden. Durch neue Funktionen wie NXP’s UID Mirror und NFC Counter lässt sich so beispielsweise jedes Plakat eindeutig identifizieren und die Häufigkeit der Nutzung protokollieren.

Denkbar sind aber auch Anwendungen, bei denen bereits am Point of Sale NFC-fähige Terminals installiert sind und das Mobiltelefon dann als Kundenkarte für Bonusprogramme dient - wie beim smart-TEC Projekt „Vogtlandzentrale“. Alternativ kann die bestehende drahtlose Kundenkarte weiter bestehen bleiben.

Die aufgeführten Beispiele sind Anwendungen, die so auch schon in Pilotprojekten umgesetzt wurden.

T. Sharma:
Welche NFC Applikationen sehen Sie zukünftig?

A. Schlaudraff:
Dass die oben aufgeführten und bekannten NFC-Applikationen in der Praxis eingesetzt werden, steht außer Frage. Aber die Vernetzung von Produkten mit der digitalen Welt wird die nächste große Herausforderung.

NFC-Transponder in den MINI F56 FahrzeugschlüsselEs wurde seit Jahren viel vom Internet der Dinge gesprochen, aber mit der NFC-Technologie ist man weit näher an einer Umsetzung als bisher. Vorstellbar wäre die Ausstattung von Produkten mit einem passiven NFC-Transponder, die einen URL Link in die Cloud ihres Herstellers beinhalten würden. Die Besonderheit ist allerdings, dass beim URL Linkaufruf die eindeutige Seriennummer des passiven NFC-Transponders in die Cloud übertragen wird. So hat jedes Produkt seine eigene mobile Internetseite. Neben dem Originalitätsnachweis, der Erleichterung von Rückrufen und Rückverfolgung lassen sich für den Kunden zusätzlich Mehrwerte anbieten.

Ein Beispiel: Unser Kunde, der Snowboard-Hersteller APEX integriert einen passiven NFC-Transponder in seine Snowboards und bei Aufruf durch den Kunden wird eine mobile Internetseite aufgerufen. Die dargestellten Inhalte lassen sich durch den Snowboard-Hersteller jederzeit verändern, so dass jeder Kunde die aktuellen Informationen über sein Snowboard, den aktuellen Wetter- und Lawinenbericht, die Notrufnummern der Bergwacht und vieles mehr abrufen kann. Rückrufaktionen können ebenfalls abgebildet werden. smart-TEC hat dieses Pilotprojekt zur ISPO 2014 als Demo umgesetzt.
 
In der heutigen digitalen Welt werden solche Anwendungsszenarien in vielen Produkten die Akzeptanz von NFC erhöhen.

Tarun Sharma:
Welchen wichtigsten Treiber sehen Sie für die NFC-Technologie, um eine größere Akzeptanz und Verbreitung zu erreichen?

A. Schlaudraff:
Aufklärungsarbeit spielt eine große Rolle. Den Nutzern muss die Angst genommen werden, um beispielweise ohne Scheu Payment-Transaktionen über NFC abzuwickeln, Kinotickets online zu kaufen und direkt auf dem Handy zu speichern und sich ihr Ticket für den ÖPNV draht- und papierlos an der Station per NFC zu erwerben.

Das teilweise schizophrene Nutzerdenken stuft die freizügige Weitergabe von Fotos und privaten Daten bei sozialen Netzwerken, Gewinnspielen etc. weniger kritisch ein, als einen Bezahlvorgang mit dem Mobiltelefon an der Supermarktkasse. Die Sicherheit aller mit NFC durchgeführten Transaktionen ist durch die Verwendung von Secure Elements und TSM Plattformen bereits sehr ausgefeilt. Es liegt nun an den Marketingabteilungen der Unternehmen, die technisch sichere Abwicklung glaubwürdig an den Kunden zu vermitteln.

T. Sharma:
Wie wird sich Apple iBeacon im Retail-Umfeld und im Kundenbindungs-Management entwickeln?

A. Schlaudraff:
iBeacons basieren auf der Bluetooth Low Energy Technologie und finden derzeit rasch – vor allem auf dem datenschutzunfreundlichen US Markt – Verbreitung. Ähnlich wie damals die NFC-Technologie hyped das Thema gerade sehr stark. Die Verwendung lässt allerdings derzeit (noch) auf eine sehr zwanghafte und sinnfreie Nutzung schließen. Demos auf Messen wie etwa der CeBIT 2014 stellen – bei realistischer Betrachtung – noch nicht wirklich einen Mehrwert dar.

Auch ist die Verwendung einer App je Anwendung notwendig, da sonst die kleinen Beacons die Nachricht nicht auf das Mobiltelefon übermitteln können. Je Firma (Händler 1 = App 1, Händler 2 = App 2, …) wird eine eigene App benötigt, die bei den meisten NFC-Anwendungen dagegen nicht notwendig ist. Es ist daher fraglich, ob Kunden bereit sind immer zuerst eine App für eine Dienstleistung herunterzuladen – laut Studien ist dies sogar für viele der befragten Personen bei QR Code Anwendungen ein KO Kriterium.

Mit Sicherheit gibt es Anwendungsgebiete, bei denen die Technologie eine sinnvolle Erweiterung zulässt und auch Mehrwerte bietet. Hauptsächlich werden dies aber Zusatzinformationen, die dem Kunden z. B. während des Einkaufs zugespielt werden können. Auch ein Tracking und damit eine detaillierte Überwachung von Nutzerverhalten

(Laufweganalysen/Kundenlaufstudien am POS etc.) sind möglich. Fraglich ist, in wie weit solche George Orwell’schen Fantasien nach deutschen Datenschutzrichtlinien zulässig sind.

Eine 100% Alternative für NFC ist Bluetooth Low Energy allerdings nicht. Genauso wenig wie RFID/NFC in absehbarer Zeit den Barcode substituieren wird.

T. Sharma:
Herr Schlaudraff, vielen Dank für das interessante Gespräch.

Über smart-TEC
smart-TEC GmbH & Co. KG ist ein Unternehmen der RATHGEBER-Gruppe in Oberhaching bei München. Seit über 10 Jahren werden kundenindividuelle RFID-Transponder entwickelt und hergestellt. Das Spektrum reicht von selbstklebenden, bedruckten RFID- und NFC-Etiketten bis hin zu robusten, langlebigen, witterungs- und temperaturbeständigen RFID-Transpondern für den Industriebereich. Ein Großteil der RFID-Transponder ist für die Verwendung im Ex-geschützten Bereich zertifiziert. In Zusammenarbeit mit Systempartnern bietet smart-TEC zudem eine umfassende Projektbetreuung.

Kontaktdaten und weitere Informationen:

http://www.smart-tec.com

Über den Autor
Tarun Sharma
Autor: Tarun Sharma

Tarun Sharma, geboren am 31.08.1976, wohnt in Hannover und
ist derzeit als Redakteur für den rfid ready Verlag tätig.

Tel: +49-511-7900-729
eMail: sharma (aed) nfc-ready (dot) de


RSS-Feeds

Hier geht es zu unseren RSS-Feeds:

nfc-ready RSS-Feeds >>>

Direkt-Kontakt

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns doch direkt.

  • Tel: +49-511-7900-729

Folgen Sie uns!

Folgen Sie uns & bleiben Sie auf dem Laufenden.
Sie finden uns in folgenden sozialen Netzwerken:
Aktuelle Seite: Start NFC News Unternehmensmeldung Hinter den Kulissen: NFC-Projektierung im B2B- und B2C-Bereich